Bericht 18 --- Eskeshir
- jonasklein30
- 5. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Tag 54
28.04.24
Wir haben Istanbul hinter uns gelassen und sind sind jetzt in Eskeshir. Die Stadt mit 800.000 Einwohnern wirkt plötzlich ziemlich klein, vergleichen mit der Metropole. Dazwischen liegen 330km und 5000hm. Gefühlt gab es überhaupt kein gerades Stück auf dieser Tour, sondern nur Bergauf - Bergab.
Seit Eintritt in die Türkei gab es kaum Natur zu sehen, dafür umso mehr Beton. Erst seit den letzten 2 Tagen, als wir das Ballungsgebiet verlassen haben. Nach Istanbul rein war es wie beschrieben ganz angenehm, raus zu kommen wesentlich anstrengender. Mehr als 3 Tage, um ein fast zusammenhängendes Stadtgebiet und das dichte Verkehrsnetz zu verlassen. Es werden weitere Wohnungen und Industriegebiete in rasantem Tempo errichtet. Man sieht den wirtschaftlichen Aufschwung hier besonders stark.
In Istanbul hat man sich als Urlauber gefühlt, doch sobald man am Rad sitzt, erinnert man sich was man hier eigentlich tut und ist wieder ein Reisender. Es ist nicht nur das Fahrrad an sich, sondern vieles mehr. Es ist plötzlich nicht mehr so international wie in der Innenstadt. Dort unterhält man sich auf Englisch, es läuft Musik wie man sie auch in jedem Café in deutschen Städten hört und der Latte Machiato wird für 4 Euro mit latte art serviert - schmeckt auch wie zu Hause.
Das Essensangebot ist sehr breit gefächert und alle Produkte rund um die Uhr verfügbar.
Man sieht Menschen aus aller Welt und so stellt man selbst kein seltenes Bild dar. So ist auch kein Interesse an uns zu spüren, außer das finanzielle.
All das gibt ein kurzes heimisches Gefühl, was auch mal sehr angenehm ist. Es wirkt vertraut und man taucht sehr stark in die Komfortzone ein. Auch wegen des gemütlichen Bettes und der Dusche - alles ohne Ortswechsel. Keine Essen-, Trinken- oder Schlafplatzsuche, bevor man die Komfortzone wieder sehr weit verlässt, weil man wieder Lust auf das Abenteuer hat. Diese Kontraste ändern die Gefühlswelt sehr schnell und geben innerhalb eines Tages einen neuen Blick auf die Reise.
Apropos weit aus der Komfortzone -
Die Wildhunde machen einem das Leben schwer. Die Türken haben einen anderen Umgang mit Streunern. Die meisten einfach sehr Rücksichtsvoll, andere als wäre es der eigene Hund den man streichelt und ihm essen gibt . Das ist wohl auch der Grund, weshalb sie in Innenstädten und auf viel befahrenen Straßen leben. Allerdings kommt auch kaum jemand in unsere Situation, weil niemand Fahrrad fährt. Bei Fußgängern und Autos besteht kein Problem, allerdings wird bei der Geschwindigkeit am Fahrrad wohl der Jagdinstinkt geweckt und man zeitgleich als Mensch erkannt. Man bekommt ein Gefühl für den Umgang, aber leider lassen sich gefährliche Situationen nicht vermeiden. Doch es werden viel weniger, seit wir uns von Istanbul entfernt haben. In der freien Natur findet man sie nur vereinzelt als Hütehunde bei Schafen oder Ziegen.
Ganz anders die Menschen in der Türkei. Sie helfen einem wieder ein Stück in die Komfortzone zurück. Wenn im dunklen eine schwarz Limousine mit getönten Scheiben hält, ist es eine Begegnung wie alle anderen am Tage aucg. Es ist jemand der einfach kurz quatschen will, weil er es toll findet das wir mit dem Fahrrad reisen und hat großes Interesse. Die Türken nutzen gerne einen Tee um ins Gespräch zu kommen. Manche laufen einem sogar ein Stück nach oder rufen hinterher, wenn sie es zu spät gesehen haben. 2 Leute haben uns heute einen Schlafplatz angeboten, wobei der letzte sagte wir könnten so lange bleiben wie wir möchten.
Was hat die Person davon?
Warum vertrauen sie uns so schnell?
Es ist schwierig das nachzuvollziehen. Es hinterlässt immer ein sehr warmes Gefühl :)




















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